Karate


Allgemeines



"KARA" leer und "TE" Arm, Hand ...das Prinzip der leeren Hand...

Im alten China findet sich die Quelle vieler verschiedener Kampfkünste. Einige gelangten von dort unter anderem nach Okinawa, Japan. Mehrere von ihnen wurden zu "NAHA-Te" vereint. Es bildete den Ursprung des Karate.
In Tokyo wurde 1922 von Gichin Funakoshi (1869 -1957) die erste Karate-Schule gegründet. Er gilt als Begründer des modernen Karate. Funakoshi hatte bei den Meistern Itosu und Azato die alte Kunst des "Naha-Te" studiert. Sie bildete zusammen mit dem ebenfalls von ihm erlernten "SHORIN-RYU" das Fundament des "SHOTOKAN-KARATE".
Im Laufe der Zeit entfaltete sich unter seiner Leitung das Karate. Beim Ausbau und der Erweiterung dieser Kampfkunst lag ihm auch der erzieherische Aspekt am Herzen. Er erreichte, dass das japanische Erziehungsministerium Karate offiziell anerkannte und somit konnten 1957 die ersten japanischen Meisterschaften ausgerichtet werden. Einhergehend mit der ersten Karate- Weltmeisterschaft 1970 in Japan wurde die Welt-Karate-Organisation gegründet.

Bei regelmässiger Ausübung fördert Karate Gelenkigkeit, Distanzgefühl, Reaktion, Selbstwertgefühl und Disziplin positiv. Ganz nach dem Anliegen von Altmeister Funakoshi kann diese Budo-Kunst durchaus Kampf sein, soll aber zuerst immer auch Erziehungsmittel sein und nicht nur blosses Formen des Körpers. Konsequentes und selbstkritisches Wiederholen der verschiedenen Techniken beeinflussen den Übenden besonders auch in geistiger Hinsicht. Ziel ist es, die Techniken selbstbeherrscht und intuitiv auszuführen, in einem inneren Reifeprozess hin zur Vervollkommnung des Charakters.

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Bestandteile


Die Bestandteile des Karate-Unterrichts sind Kihon, Kata, Kumite.

Kihon meint die Grundschule. Hier werden die verschiedenen Schlag-, Stoss-, Tritt- und Blocktechniken erlernt.

Kata kann man als einen Formenlauf bezeichnen. Hier werden in festgelegter Abfolge die in der Grundschule erlernten Schlag-, Stoss-, Tritt- und Blocktechniken gegen einen oder mehrere imaginäre Gegner ausgeführt. Sie werden - dem Entwicklungsstand des Übenden entsprechend - immer komplexer. Zu beachten ist, dass es inzwischen verschiedene Stilrichtungen des Karate gibt, die sich sowohl in technischer Hinsicht als auch in Anzahl und Ausführung der Kata unterscheiden können.

Kumite bezeichnet den freien Kampf. Hier kann der Ausübende seine im Kihon (Grundschule) erworbenen Kenntnisse frei einsetzen. Er soll sich jedoch bei dem Einsatz der verschiedenen Techniken immer unter Kontrolle halten. Die Techniken werden realistisch ausgeführt, müssen jedoch traditionell ca. 1 cm vor dem Ziel gestoppt werden, um Verletzungen zu verhindern. (...zum Teil inzwischen aber auch mit Semi-Kontakt.) Wie oben schon erwähnt, gibt es mittlerweile verschiedene Lehrmeinungen und Stilrichtungen im Karate. Dem entsprechend unterscheiden sich auch Regeln und Techniken.


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"Shotokan-Karate"

  • tiefe, weite Fußstellungen
  • präziser Formenlauf (Kata)
  • unkomplizierte Techniken und Schlagkombinationen, schnelle Beinarbeit
  • klassische Handtechniken wie Oi-tsuki, Gyaku-tsuki
  • Beintechniken wie Mae-geri, Mawashi-geri


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"Wado-ryu"

  • um 1930 von Hironori Ohtsuka (1892-1982) in Naha auf Okinawa begründet und besonders in Osaka verbreitet
  • "Wa"- Frieden, Harmonie, "Do" - Weg, "ryu" - Stil
  • harmonische Bewegungen, Schnelligkeit
  • Traditionell werden die Techniken kurz vor dem Ziel abgestoppt.


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"Goju-ryu"

  • Hart-Weich-Stil von Chojun Miyagi (1888-1952) 1929 nach Japan gebracht
  • beinhaltet das chinesische Pa-kua, einen inneren Kung Fu-Stil
  • runde, geschmeidige Bewegungen, beeinflusst vom chinesischen Boxen
  • Unterweisung erfolgt in Anlehnung an verschiedene Tierstellungen (z.B. Neko-ashi-dachi)
  • Meditation, z.B. Sanchin-Kata


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"Shito-ryu"

  • um 1930 von Kenwa Mabuni (1889-1952) eingeführt
  • kräftige Bewegungen mit tiefen Ständen
  • Besonderes Augenmerk liegt auf einer perfekten Kata.


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"Kyokushinkai"

  • kraftbetonter Vollkontaktsport, von Masutatsu Oyama begründet
  • Ausführung der Tritte und Schläge mit voller Kraft in Training und Wettkampf ohne Schutzausrüstung
  • Wettkampfentscheidung auch nach Punkten, Ziel aber ist K.O.
  • Durchführung von "Tameshiwara" - Bruchtest


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